Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?

Wie wird ein Vaterschaftstest durchgeführt?

Für den DNA-Test muss isolierte DNA des Kindes und des Vaters vorliegen. Mit diesen beiden Proben kann bereits eine hohe Aussage des Tests erreicht werden. Man spricht hierbei vom Defizienzfall. Beim Triofall – also wenn auch DNA der Mutter vorliegt – wird die Aussagewahrscheinlichkeit zur Vaterschaft erhöht.

Geeignete Proben und Entnahme

Die für die Isolierung der DNA benötigte Probe wird meist durch Abreiben von Mundhöhlenschleimhaut mittels eines Wattestäbchens gewonnen.

Möglich sind aber auch von einem Arzt abgenommenes Blut. Ebenso sind Haare (mit Wurzel) oder Hautstücke als Probe testbar. Auch Sperma (Samenflüssigkeit), und Nasenschleim (Taschentuch) sind relativ gut geeignet. Wenig Chancen versprechen Urin, Kot und abgeleckte Briefmarken.

Mitunter kann sogar aus Zigaretten (Filter), Zahnbürsten, Trinkgefäßen (Gläser, Tassen, Flaschen), Besteck, Strohhalmen, Rasierklingen/Rasierapparaten, Slipeinlagen, Uhren usw. DNA isoliert werden – hier ist jedoch zu beachten, dass diese Träger verunreinigt, das heißt mit DNA anderer Personen vermischt sein können und die Bestimmung der Vaterschaft dadurch verfälscht werden kann.

Ist der zu Testende bereits verstorben und muss dieser exhumiert werden, ist zu beachten, dass die Asche keine testbare DNA mehr enthält. Knochen hingegen können je nach Verwesungszustand und Bodenzusammensetzung noch als Probe dienen.

Da die Entnahme der Speichelprobe des Kindes schmerzfrei und ohne Beeinträchtigung des Wohlbefindens durchgeführt werden kann, gibt es kein Mindestalter des Kindes. Jedoch sollte beachtet werden, dass vor allem nach dem Stillen und der Nahrungsaufnahme eine, besser zwei Stunden gewartet wird.

Dokumentierte Probennahme

Laut deutschem Gendiagnostikgesetz hat die Probenahme auch bei privaten DNA-Analysen durch das Labor oder eine "geeignete sachkundige im Verfahren neutrale Person" zu erfolgen.

Diese Person kann ein Arzt jeglicher Fachrichtung oder ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes oder Jugendamtes sein. Erkundigen Sie sich vorab nach den dafür anfallenden zusätzlichen Gebühren zum Vaterschaftstest.

Zur Identitätssicherung werden vor der Entnahme der Proben die gültigen Ausweisdokumente (Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunde beim Kind) überprüft, kopiert sowie Fotos von der Entnahme mit gut erkennbaren Gesichtern angefertigt. Diese Fotos und die Ausweiskopien gehen mit an das Labor. Darüber hinaus sind ist auch die Abnahme eines Fingerabdrucks (bzw. bei Kleinkindern eines Fußabdrucks) eine übliche zusätzliche Sicherheit.

Ganz wichtig ist schließlich, dass alle Beteiligten das Formular unterschreiben und damit ihr Einverständnis bekunden. Fehlt diese Unterschrift, darf das Labor den DNA-Test nicht durchführen und die Entnahme der Proben muss erneut erfolgen.

Versand oder Überbringung der Proben an das Labor

Dadurch, dass die Beweiskette nicht unterbrochen werden darf, werden die Proben und die Unterlagen direkt an das Labor gesendet und Ihnen nicht ausgehändigt.

Erst das ermittelte Ergebnis wird dann wieder direkt an die im Formular definierten Personen gesendet oder kann bei einigen Anbietern vorab per Telefon, E-Mail oder Website in Erfahrung gebracht werden.

Wissenschaftliche Untersuchung

Für den Vergleich werden die für jeden Menschen charakteristischen DNA-Genloci herangezogen. Der Genlocus ist der Ort auf dem Chromosom, auf dem sich das betreffende Gen befindet. Da jeder Mensch die genetischen Informationen seines Vaters und seiner Mutter in sich trägt, kann daraus die Abstammung hergeleitet werden.

Anhand von Sequenzwiederholungen im Erbgut und Untersuchung möglichst vieler solcher Merkmalspositionen im Labor kann mittels effizienter Verfahren wie PCR (Polymerase-Kettenreaktion) und computergestützter Untersuchungsmethoden die exakte Wahrscheinlichkeit der Vaterschaftsbeziehung ermittelt werden.

Derzeit werden üblicherweise die Genorte „D3S1358, TH01, D21S11, D18S51, Penta E, D5S818, D13S317, D7S820, D16S539, CSF1PO, Penta D, Amelogenin, vWA, D8S1179, TPOX und FGA“ untersucht.

Dauer: Wie lange dauert es bis das Ergebnis des Vaterschaftstest feststeht?

Wie lange dauert ein Vaterschaftstest? Die Durchführung des Vaterschaftstests und des Gutachtens anhand der bezeugt entnommenen Proben dauert maximal ein bis zwei Wochen. Die Probennahme ist innerhalb einer Stunde erledigt. Hinzu kommen noch die Zeiten für den Postweg und Wartezeiten auf Termine.

Viele Anbieter bieten zudem einen Express-Zuschlag an, um den Test priorisiert durchzuführen. Dann kann man den Test bereits innerhalb weniger Tage erhalten. 

Um die konkrete Dauer für den Erhalt des Ergebnisses des Vaterschaftstests in Erfahrung zu bringen, setzen Sie sich bitte mit dem von Ihnen ausgewählten DNA-Labor in Verbindung.

Ergebnis

Das Ergebnis wird allen am Test beteiligten Personen sowie auf Wunsch auch dem Amt bzw. dem Gericht postalisch zugesandt. Viele Anbieter ermöglichen eine Vorab-Information per Telefon oder auch auf ihren Websites per Login mit einem mit dem Testset zugesandten Code.


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Kommentare

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Martina:
In welchen Fällen muss eine 2. Probe der Mundschleimhaut des Vaters angefordert werden?
Lothar L.:
Mein Sohn lebt in der Dominikanischen Republik und ist 2 Jahre alt. Ich möchte mich vergewissern ob er mein Sohn ist. Die Mutter ist mit eine Speichelprobeentnahme einverstanden. Kann diese Probe 10 Tage alt sein für einen DNA Test?
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